01.02.2012

Pinguine

 

Ich verlasse Punta Arenas, komme mit dieser Stadt nicht klar. Irgendwie sind alle Geschäfte zu und in jeder Straße treibt sich ein Zettelschreiber rum, der Falschparker aufschreibt. Es gibt mehr Kontrolleure als Touristen. Ich fahre nach Norden, 20km entfernt ist der Flughafen. Daneben an der Küste ist ein Picknick areal, das sich zum zelten eignet wenn man genug Wasser dabei hat. Noch ein Stück weiter biege ich nach links ab zu den Pinguinerias. Der Wind ist so stark, daß Bootstouren abgesagt wurden, wie ich in der Stadt noch erfahren habe. Da ich nach Westen fahre bläst er mir voll ins Gesicht. Kleinster Gang, Böen drücken mich immer wieder an den Straßenrand, wo abschüssiger Tiefschotter der Fahrt ein Ende setzt. Immer wieder muss ich absteigen und das rad wieder auf den festgefahrenen teil der Straße ziehen. Nach 15km hält neben mir ein klappriger Pickup, der Fahrer gibt mir Zeichen, daß er mich mitnehmen kann. Dankbar nehme ich das Anbebot an, werfe Taschen und Fahrrad auf die Ladefläche. Er fährt mich weitere 15 km, dann trennen sich unsere Wege. Von hier sind es noch 18 km zu der Pinguinkolonie Seno Otway. Ich muss über ein Privatgelände, eigentlich kostet das was. Da ich aber quer zum Wind mit sichtlicher Anstrengung zum Kassenhäuschen komme muss ich nichts bezahlen. Schwankend und schlenkernd geht es weiter, später mit 5km/h im kleinsten Gang den Berg hinunter. In der Nähe des Pazifiks nimmt der Wind noch zu. Ich muss nun teilweise schieben, aufgewirbelte Sandkörner sind wie Nadelstiche auf der Haut. Bin froh über meine große Sonnenbrille.

Endlich erreiche ich die Kolonie. der Eintritt beträgt normalerweise 5000 CLP, doch auch diese werden mir erlassen. Die Pinguine sind drollig. Sie sitzen am Strand, manche spielen im Wasser. vertiefte Pfade führen zu den Brutstellen weiter hinten im Land. Ich mache eine halbe Stunde Fotos. Danach gibts noch einen Kaffee und einen Schokoriegel im Kiosk. Die Rückfahrt it ungleich entspannter. Im großen Gang schieße ich den Berg hinauf. Abends erreiche ich das Picknickareal. Sehr gemütlich hier an der Steilküste. ich versuche ein Feuer zu machen, doch der Wind ist so stark, daß der Funkenflug nicht kontrollierbar wäre, also verzichte ich darauf.

 

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