10.01.2012

Neue Freunde am Wasserfall

 

nachdem ich Cochrane verlasse kommt eine Schlechtwetterphase. Der Regen ist nie besonders stark aber immer da. Es ist kühl und die Landschaft wolkenverhangen. Etwa 300hm wieter oben hat es frisch geschneit. Nach einigen km terffe ich Tanguy, einen Franzosen mit Dreadlocks und Helm (sieht lustig aus). Erst rügt er mich, daß ich keinen Helm trage, später trägt er seinen immer seltener. Die Autos stellen keine große Gefahr da, bei schnellen Abfahrten vertraue ich auf meine langjährigen Erfahrungen im schweren Gelände. Wir treffen uns bei einem spektakulären Wasserfall. Dieser rauscht durch einen schmalen Spalt nur ca 10m herunter, ein Bad im Fluß wäre aber sicher tödlich da die Felsen eine sehr enge Rinne erzeugen und die Wassermenge doch erheblich ist. Scott trifft noch dazu, er ist seit fast 3 Jahren unterwegs, von Florida nach Alaska und dann hierher mit dem Ziel, Ushuaya zu erreichen. Wir fahren weiter. Erst zusammen, dann ist Tanguy sehr schnell und zieht davon. Scott lässt sich mit seinen Regensachen Zeit und fällt zurück. Nach einiger Zeit liegt Tanguy’s Packtasche am Boden und ich helfe ihm bei der Reparatur, meine Zange leistet gute Dienste. Sein “fucking system” (die Aufhängung der vorderen Taschen ist gemeint) geht nicht zum ersten Mal kaputt und er bedauert, nicht Tubus und Ortlieb zu besitzen. Da lohnt sich die Investition in gutes Material. Scott überholt. Ich fahre mit Tanguy weiter, bis wir Mittagspause machen. Ich staune über die Essgewohnheiten des Franzosen. Sein erstes Brot belegt er mit Käse, die nächsten 4 werden mit reichlich “Dulce de Leche” bestrichen, einer Pappsüssen caramelartigen Streichmasse aus Argentinien. Um möglichst günstig durch Chile zu kommen hat er 3kg dieser Streichmasse im Gepäck. Mit so viel Zucker muss man ja schnell sein! danach packt er sein Pfeifchen aus und will rauchen. Mir ist es zu kalt zum rumsitzen und ich will weiter, also trennen wir uns wieder. Nach langer Regenfahrt und einem weiteren Plattfuß (ein nadelartiger Eisenspan) baue ich abends das Zelt mit Vordach und koche gemütlich darunter. Das hat irgendwie auch was.

 

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