Passo Cuadrado (oder nicht?)
Um 5 Uhr ist es noch dunkel. Schnelles Müsli, dann gehts los. Der Campingplatz ist hinter einem Hügel versteckt, der den Blick auf die Berge verhüllt. Nachdem ich einige km gefahren bin sehe ich die Gipfel und die Sonne geht langsam auf. Ein tolles Erlebnis! Mit dem Fahrrad bin ich rasch bei dem Abzweig von der Hauptstrasse, auf Pfaden geht es eine Stunde leicht bergauf bis zum teuren Campingplatz, der vielen als Basislager dient. Dort soll man sich registrieren und 75 Pesos bezahlen damit man weiter darf. das sehe ich nicht so, Berge gehören allen. Ich schleiche mich durch den Wald und gehe weiter. Der Aufstieg verzichtet auf Serpentinen, es geht einfach geradeaus den Berg hinauf. So sind schnell die ersten 1000hm übewunden. Es wird kälter und ich erreiche den Gletscher, der auf dem Weg zum Grat zu queren ist. An seinem linken Rand steige ich durch das Geröll immer höher. Überall sind ebene Flächen mit kleinen aufgehäuften Mauern ringsum. Zelte und Schlafsäcke liegen an der ein oder anderen Stelle. Das bedeutet, daß einige Leute hier hoch hinaus wollen.
Spuren führen über den Gletscher zu meinem Pass. Ich folge den Spuren, denn ich gehe davon aus, daß da dann keine Spalten zu erwarten sind. Die Schräge ist so, daß die Bergschuhe auch ohne Steigeisen ausreichend Halt bieten. Nach einiger Zeit hören die Spuren auf. Enttäuschung! Ich muss zurück, es ist mir zu gefährlich. Weiter unten entdecke ich andere Spuren, die zwar steiler verlaufen aber scheinbar über den kompletten Gletscher führen. Also folge ich diesen. Plötzlich ein Donnern. ich erschrecke und suche die steilen Geröllhänge nach Steinschlägen ab. Nichts zu sehen, also gehe ich weiter. Wieder dieser Donner. Mir wird klar, daß sich der Wind weiter oben am scharfen Grat bricht und dieses Geräusch erzeugt. Beruhigt steige ich weiter hinauf. Ich komme schließlich viel weiter links heraus und höher als Passo Cuadrado aber das ist egal. 2 Kletterer haben sich dort knapp unterhalb des Grats installiert, ihre Zelte sind mit Seilen gesichert damit der Wind sie nicht wegbläst.
Als ich durch ein Fenster in den Felsen über den Grat schaue bläst mir der eisige Wind ins Gesicht. Ich muss die Regenjacke und Regenhose anziehen bevor ich dort hinaufsteige. Bin etwa auf 1860m. Es bläst wie verrückt, der Himmel ist mittlerweile bedeckt. Ich sehe die gewaltige Rückseite des Fitz Roy. Purer glatter grauer Fels, mir ein Rätsel wie man da heraufklettert. Weiter hinten Cerro Torre von der Nordseite. Nach Westen blickt man auf des südliche Eisfeld, angeblich die größte Eisfläche nach Antarktis und Grönland. Auf einer gewaltigen Zacke, die einem Stegosaurusrücken ähnelt, habe ich den besten Überblick, es ist ein Gefühl als ob man fliegen könnte!
Beim Abstieg stelle ich fest, daß es erst 10:00Uhr ist. Ich habe keine Pause gemacht. Als ich schon wieder zur Hälfte abgestiegen bin raste ich an einem kleinen Tümpel. Vögel jagen aus dem Schatten der kleinen Böschung heraus Insekten. Der Abstieg geht auf die Knie, ich bin froh als ich mein rad erreiche. Die Rückfahrt ist ein Spaß, ich überhole zahlreiche Wanderer mit großen Rucksäcken. Sie haben alles korrekt gemacht, oben gezeltet. ich finde meine Methode besser. Um 14:30Uhr bin ich am Campingplatz und trinke Kaffee zu den Dulce de Leche Broten bis ich Bauchweh habe. Ich bin geschafft und ich habs geschafft!











