Aysen, Puerte Chacabuco und zurück
morgens muss ich mein ganzes Gepäck erst wieder zur Straße hochtragen, da mein Platz etwas unterhalb einer Böschung liegt. Das ist schnell erledigt. Auf der Teerstraße geht es flott voran. Bald sehe ich vor mir einen weiteren Radler, von hinten lustig anzuschaun. Alle Packtaschen sind hintendrauf und mit schwarzen flatternden Müllsäcken vor möglichem Regen geschützt (dabei scheint seit Tagen die Sonne). Auf dem Rücken ein 60Liter Rucksack, prall gefüllt. Beim überholen erkenne ich, daß es ein Mädel ist, so zwischen 20 und 30, schwer einzuschätzen wegen der Jacke und dem Helm. Sie tritt langsam in die Pedale, eine Argentinierin aus Buenos Aires, die momentan in El Chalten arbeitet und gerade Urlaub auf der Carretera Austral macht. In 10 Tagen will sie in Chalten sein, das ist mehr als sportlich. Aber mit gesundem Realismus setzt sie auf Busse und Trampen wenns nicht hinhaut. Sie empfiehlt mir den Passo Cuadrado am Fitz Roy (den kann man in 1,5 Tagen gehen wenn man Steigeisen und Eispickel hat). Sie ist so lustig, daß ich mit ihr so 20km bis zur Kreuzung nach Aysen fahre. Dann trennen sich die Wege, sie fährt direkt nach Coihaique während ich noch einen Abstecher nach Aysen und Puerto Chacabuco machen möchte.
In Aysen gibt es einen riesigen Supermarkt, ich kaufe alles was das Herz begehrt und belade mein Fahrrad schwer. Puerte Chacabuco ist lahm, eine große Fischfabrik und Blick auf den Hafen. Hier legen Schiffe aus Puerto Montt und Puerto Natales an. Auf dem Rückweg fotografiere ich eine Horde Geier. An der Kreuzung vorbei geht es bald in ein Tal. Der Blick zurück offenbahrt an einem großen Felshügel das Profil eines Gesichts, verblüffend! Noch ein schöner Wasserfall, dann suche ich mir ein Plätzchen mit Abendsonne, wasche einige Klamotten im Fluss und trinke Wein aus Aysen.





