30.12.2011

Fährfahrten und Park Pumalin

 

am Morgen des 30.12.2011 breche ich ohne Frühstück auf, es ist nicht weit zur Fähre und da habe ich dann massig Zeit. Um 9:18 Uhr komme ich in Hornopiren an und fahre direkt auf die Fähre. Die legt um 9:30 ab entgegen der Info aus dem Internet (10:30). Schwein gehabt, sonst hätte ich einen Tag gewartet.

Auf der Fähre treffen sich int. Reisende mit Einheimischen und chilenischen Urlaubern. Einer ist Hector, der ist in Aysen aufgewachsen und mit 15 zur Navy im Norden Chiles gegangen. Er ist 33 und kann mit 35 in Rente. Er bekommt dann 2/3 seines letzten Gehalts. Spätestens mit 45 muss er in Rente, dann bekommt er das volle Gehalt. Das finde ich vernünftig! Er besucht die Familie in Aysen.

Ein Pärchen aus Südafrika hat sich in Santiago ein Auto gekauft, sie reisen 3-4 Monate. er sitzt im Rollstohl und hat fette Mountainbike-Bereifung. Die beiden werde ich noch ein paar mal treffen. Die Fähre legt nach etwa 5h in Leptepu an. Von dort muss auf dem Landweg eine Strecke von 10 km in einer halben Stunde zurückgelegt werden, das geht mit dem Fahrrad nicht. Also spricht mich ein älterer Chilene an, ich kann mit seinem Pickup mit. das Fahrrad wird einfach auf den vorhandenen Haufen auf der Ladefläche draufgeworfen. Als ich während der Fahrt besorgt nach hinten schaue meint der Fahrer nur “don’t worry”. Ein Spruch, den ich noch mehrfach beherzigen werde.

Auf der nächsten kurzen Fähre von Fiordo Largo nach Caleta Gonzalo gibts Muscheln für alle die wollen. Einer hat nen Eimer voll organisiert und ein Arbeiter auf der Fähre weiß sie mit dem Taschenmesser zu öffnen. Die glibbrige Muschel wird grob von der Schale gelöst, eine Zitrone darüber ausgedrückt und in einem Stück heruntergeschluckt wie eine Auster. Eine spezielle Erfahrung. Dazu gibts ne Flasche Wein, mein Fahrer holt sie kurzerhand von der Rückbank. So vergeht die Fahrt wie im Flug!

Nach dem Anlegen wirds hart, die Steigungen verbunden mit Tiefschotter zwingen mich zum Schieben. Danach wirds flacher und an einigen Stellen sind die lokalen Sehenswürdigkeiten ausgeschildert, denn ich befinde mich nun im Park Pumalin (ich glaube Privatbesitz von “Esprit” und “TheNorth Face” Manager Douglas Tompkins). Besonders gefallen mir ein Wasserfall mit Hängebrücke und die bis zu 3000 Jahre alten Alerce-Bäume. Abends zelte ich am Lago Negro, hier sind Schutzhütten mit Tischen und Bänken und Duschen und WCs zur freien Benutzung aufgestellt. Ich gehe noch etwas durch den Dschungel auf einem Pfad bis zum schwarzen See. Es ist wirklich einsam und weit weg von allem.

 

 

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