Torres del Paine
Nach letzten Einkäufen in Cerro Castillo (der Ladenbesitzer ist unser bester Freund) geht es unter wolkenlosem Himmel ohne Wind auf geteerter Straße weiter. Nach 17km wieder Ripio. Teils kann man gut fahren, dann wieder Tiefschotter und Wellblech. Die Guanakos sind hier an Autos und Touristen gewöhnt und lassen Nahaufnahmen zu. Nach der Mittagspause stellen wir fest, daß Scott einen anderen Weg fahren will. Ich möchte zu den Torres wandern und fahre deshalb in eine Sackgasse zu einem Campingplatz. Er möchte nur durch den Park radeln und möglichst bald nach Puerto Natales. Also bin ich wieder alleine.
Ich komme zur Laguna Amarga, ein See ohne Abluss mit einem pH-Wert von 9. In der basischen Lösung, verursacht durch die im Wasser verbleibenden Mineralien gedeihen wohl ganz eigene Lebensformen. Ich mache Bilder von den Torres, Nandus und Guanakos. Nach 2km stelle ich dann fest, daß ich meine Sonnenbrille vergessen habe. Leider gings fast nur bergauf…
Mit Sonnenbrille gehts weiter zum Eingang des Parks. 15000 CLP sind zu bezahlen, dafür gibts einen Plan des Parks und Infos übers Wetter usw. Es geht ab hier 7,5 km in eben jene Sackgasse zu einem Campingplatz, der das Herz nicht gerade höher schlagen lässt. Mein später eintreffender Nachbar ist ein Slowene, ca. 60Jahre alt. Er ist von Bolivien hier her geradelt. Seine Therm-a-rest Matte ist kaputt und ich helfe ihm mit Flicken aus. Seine Hände sind vermutlich durch Mangelerscheinungen aufgeplatzt und trocken. Er kann kaum sein Feuerzeug bedienen, um den Benzinkocher anzuwerfen, da Daumen und Zeigefinger schon blutige Risse haben. Ich helfe ihm beim flicken der Matte, dabei erzählt er von seinen Touren im Himalaya und Kuba. Er wird mich am nächsten Tag einladen, ihn in Slowenien zu besuchen. Er wohnt am Ende des Soca-Tals (kam ich auf dem Weg nach Kroatien schon vorbei).
Sein Fahrrad, das ihn schon lange begleitet hat Vollfederung, was die meisten Reiseradler verwundern wird…







